BVP Fortbildung 2012 Bergün
BVP - Fortbildung 2012 / es war wunderbar! :-)
Freitag, 20. Januar 2012 (ab 15.00 Uhr)
bis Samstag, 21.Januar 2012
Ort:
Im wunderbaren Jugendstil Kurhaus Bergün
"Historisches Hotel des Jahres 2012"
Inhaltliches Programm
Marcel Bühler – Hypnotherapie / pdf hier! [156 KB]
Willem Lammers – Logosynthese / link hier!
Reto Mischol – Psychotherapie Quo vadis / pdf hier! [286 KB]
Kurhaus Bergün - www.kurhausberguen.ch
Infos hier! [283 KB]
Erinnerungen
BVP-Fortbildung in Feldis vom 28./ 29. Oktober 2010 – ein Stimmungsbild
Eine Anreise mit Hindernissen
In wichtigen Angelegenheiten soll man rechtzeitig unterwegs sein. So starte ich um 14 Uhr in Chur, um noch etwas Zeit zu haben, um den wunderschönen Herbstnachmittag in Feldis vor Beginn der Fortbildung zu geniessen. Doch vor der Luftseilbahn in Rhäzüns stehen schon Roman und Felix: „Nichts da, die Luftseilbahn fährt nicht. Revision.“ Also retour in den Bus und weiter nach Tamils, wo die Reise allerdings ein weiteres Mal stockt. Auch dieser Bus fährt erst um 16 Uhr. Schliesslich nehmen uns deutsche Touristen mit auf den Berg. So bleibt sogar doch noch Zeit für einen kurzen Spaziergang und erstes kennenlernen von Margit, die mit mir Zimmer Nummer 3 teilt.
Angst in Beziehungen, Angst in der Übertragung.
Dr. Monika Reller berichtet mit Videos von ihrer Arbeit mit PatientInnen. Auffallend ist die direkte und manchmal irritierende Art, mit der sie die aktuellen Gefühle anspricht, die sie bei ihrem Gegenüber wahrnimmt. Auftrag? Kommt in zweiter Linie. „Wie soll ich mit der Klientin arbeiten können, wenn sie sich vor mir fürchtet?“ argumentiert sie. Mit grossem Feingefühl unterscheidet sie die Abwehr der Angst von der Notwehr, welche die Person vor einem Zusammenbruch des neuronalen Systems, vor einem Blackout, ungewollten Tränen oder Dissoziation schützt. Letzteres bringt sie nicht weiter. Sensibel reguliert sie den Angstpegel, sodass die Klientin nicht überschwemmt wird. Ihr Ziel ist es, den ‚somathic pathway‘ zu öffnen, damit die Klientin stark genug wird, der Angst standzuhalten. „Was meinen Sie, was einem nur 9 Gramm schweres Goldhähnchen jetzt im Winter zustossen würde, wenn es depressiv auf dem Ast sitzt und klagt, dass es so arm und so leicht ist?“ Klientin wie Zuhörerin ist sofort klar, dass das Goldhähnchen ein solches Verhalten nicht überleben würde, es muss vielmehr kämpfen, um am Leben zu bleiben.
Sie übt schon in der ersten Sitzung, dass die Klientin kongruent über ihre Gefühle spricht, und dafür Kraft aus dem Bauch und den Beinen mobilisiert. Dabei geht sie konfrontierend vor und scheut sich nicht, die Wut der Klientin auf sich zu ziehen. Eine der einfacheren Übungen besteht darin, dass sie z.B. sagt: „Ich mag keine Spaghetti.“ Und die Klientin (wenn es denn wahr ist) antwortet: „Ich mag Spaghetti sehr.“ Eindrücklich sind ihre grosse Erfahrung und das intuitive Wissen, wann sie konfrontieren und wann sie beruhigen muss. Anhand der Videos erklärt sie uns, welche Körperhaltung und welcher Ton ihr diese Rückschlüsse erlaubten.
Der gesellige Teil
Wenn die Bündner PsychotherapeutInnen sich treffen, so geht es um fachlichen Input, aber auch um Geselligkeit und Austausch. So geniessen wir die schmackhafte Küche und diskutieren bei Wein und Hirsekugeln das Gehörte. Anschliessend tappen wir im Dunkeln, mit einem wunderbaren Sternenhimmel über uns (der ja angeblich das moralische Gesetz in uns spiegeln soll) und versuchen Licht in unsere schwierigen Fälle zu bringen. Der nächtliche Spaziergang fördert die Verdauung und den intervisionären Austausch, der alsbald die Bildung neuer Intervisionsgruppen zur Folge hat.
Anschliessend zeigen sich Gian-Andrea und Reto als Meister des Carambols (vor allem Gian-Andrea, der nervlich den Kommentaren der zuschauenden Kolleginnen besser stand hielt), was mit einem weiteren Glas Wein und einer Käse-Fleisch-Platte gefeiert wird. (Herzlichen Dank an die BVP). Wer samstags noch das Mittagessen im Sternahaus genoss, wird dort weiter geredet und gelacht haben. Wir anderen wurden von der Luftseilbahn durch den föhnigen Himmel sicher nach Rhäzüns zurückgebracht.
Mit Dank an die Organisatorin
Anna Flury Sorgo
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